Willkommen und angenommen

Wie viele Menschen leiden darunter, dass sie sich nicht „willkommen“ und auch nicht „angenommen“ fühlen. Das Thema fiel mir sozusagen in die Tasten, weil sich der Todestag von Prinzessin Diana mal wieder jährt und ich eine kurzes Interview sah, in dem sie davon berichtete wie wenig „willkommen“ und „angenommen“ sie sich in der Königsfamilie fühlte. Wie sehr sie sich „unwert“ fühlte.

Ich denke, jeder von uns kennt genau diese Gefühle. Wir fühlen uns anderen Menschen gegenüber nicht gleichwertig. Wir fühlen uns irgendwie beurteilt, abgelehnt, nicht in der Gemeinschaft angenommen.

Ich denke über diese Themen seit meiner Kindheit nach und ich bin über die Jahre, in denen ich auch viele Menschen in meiner therapeutischen Praxis begleiten durfte, zu der Erkenntnis gelangt: „wenn ich mich angenommen fühlen will, dann muss ich mich zuerst annehmen.“ Ich frage mich und ich fragte meine Klienten:

Wie kann die Liebe, die Wertschätzung eines anderen Menschen zu mir durchdringen, wenn ich selbst meine größte Kritikerin bin?
Wie kann ich andere wirklich wertschätzen, willkommen heißen, so annehmen wie sie sind, wenn ich mich selbst permanent beurteile, verurteile, kritisiere? Wenn ich mich selbst nicht so annehme, wie ich bin?

Wie soll es gehen?

Ich erlebe auch, dass es eine tägliche Übung ist, mich selbst NICHT zu beurteilen, mich selbst bedingungslos so zu lieben, wie ich bin. In jeder Lebenslage. In jeder Situation. Das ist nicht einmal vor dem Spiegel geübt und das war es dann. Das ist eine tägliche Übung in Akzeptanz, in Liebe, in Lächeln, in Innehalten.
Innehalten, bevor ich ganz schnell in mir geurteilt habe. Über andere (und über mich selbst). Auch wenn ich denke, „berechtigt“ über andere zu urteilen … á la: „… dieser Typ hat seinen Führerschein wohl im Lotto gewonnen …“ – jedes Urteil hat seinen Ursprung in mir und richtet sich immer auch gegen mich selbst. Wie geht es mir, wenn ich das nächste Mal auf einem Parkplatz, wo alles es eilig haben, Chaos veranstalte, weil ich mich beim rückwärts Einparken etwas verschätzt habe und noch ein paar Mal hin- und herrangieren muss? Bin ich entspannt und lächle und entspannt mein entspannter Umgang ganz natürlich auch alle Zuschauer (oder zumindest die meisten) oder bricht mir der kalte Schweiß aus, weil ich so unter Stress gerate?

Stress entsteht da, wo ich mich nicht angenommen fühle. Und hier sind wir wieder am Anfang der Geschichte: wie liebevoll, urteilsfrei, ja wertschätzend nehme ich mich selbst an? In jeder Lebenslage!

Und Sie? Wie geht es Ihnen mit sich selbst?