Leben ist Bewegung und Wandel

Helles Grün zeigt sich überall. Ein paar bunte Frühblüher stecken in meinem Garten ihre Köpfe aus der Erde. Gleichzeitig liegen neben ihnen die letzten braunen Herbstblätter. In keiner Jahreszeit ist das Phänomen des Wandels, der Bewegung, des Neubeginns und des Wachstums so sichtbar wie im Frühling. Es sprießt, wächst und blüht. Die Natur arbeitet auf Hochtouren. Kräfte sind am Wirken, die man nicht sehen kann, die aber plötzlich – anscheinend aus dem Nichts – neues Leben erzeugen. Doch diese Lebenskräfte wirken nicht nur das ganze Jahr über und bestimmen beständig die Bewegung der Natur, sondern sie wirken, seit es Leben auf der Erde gibt.

Auch das menschliche Leben ist Teil dieser Kräfte, dieses natürlichen Rhythmus von Neubeginn und Wachstum. Jeder Atemzug, unser Fühlen, unsere Wahrnehmung, Hunger, Müdigkeit, Anspannung und Entspannung und auch alle Ausscheidungsfunktionen schwingen in diesem natürlichen Lebensrhythmus. Der Lebensrhythmus steht nie still. Lebendige Kraft, die man im Wechsel der Jahreszeiten beständig erleben und wahrnehmen kann, kennt keinen festen, starren Zustand. Ein Blick aus dem Fenster genügt: Kein Tag ist wie der andere. In gleicher Weise wie die Natur unterliegt das menschliche Leben dem Wandel, man wächst auf, wird älter und stirbt.
Auch unsere Gesundheit ist Teil dieser Bewegung. Da sie Teil dieses beständigen Wandels ist, ist auch hier nichts auf Dauer festgeschrieben, weder die Gesundheit noch die Krankheit. Ich erlebte zum Beispiel immer wieder Patienten in meiner Praxis, die „gesund“ gelebt haben und dann „aus heiterem Himmel“ krank wurden, völlig entgegen der gedanklichen Logik, die gerne Gesetzmäßigkeiten und Sicherheiten sucht: gesunde Ernährung = dauerhafte Gesundheit.
Der Lebensrhythmus kennt weder den Zustand der Gesundheit noch den Zustand der Krankheit. Krankheit unterliegt demselben natürlichen Wandel wie Gesundheit.

Leben ist beständige Bewegung. Wir werden älter, wir lernen dazu, wir machen neue Erfahrungen, wir wandeln uns und die Welt um uns herum wandelt sich. Den unveränderlichen Zustand gibt es nur in der Vorstellung des Denkens, nicht jedoch in der Realität der Natur. Leben im eigenen Lebensrhythmus, natürliche Akzeptanz von Wachstum und Neubeginn, führen Sie zu einer klaren, leichten und kreativen Zuversichtlichkeit in Ihrem Alltag. Die Lebenskraft, die im Frühjahr so sichtbar wird, lebt in uns – immer – auch zwischen dem Herbstlaub des Lebens.