Frühjahrsputz – das Alte verabschieden

Ein großer Berg von trockenen Zweigen, morschen Baumstämmen, aber auch alten Europlatten und anderem liegt auf dem weiten Feld, wo jedes Jahr das Osterfeuer stattfindet. Ich sitze in meinem Wohnzimmer in der ersten Reihe, weil wir das letzte Haus im Rundling haben und direkt auf das Osterfeuer blicken. Alles, was aus unbearbeiteten Holz ist, darf drauf geworfen werden. Alle Einwohner aller 5 Dörfer sind im März damit beschäftigt Keller und Dachböden aufzuräumen, den Garten vom Winter zu befreien, was nicht aufs Osterfeuer kann, geht in den Sperrmüll, der eine Woche später abgeholt wird.
Ich finde dieses jährliche Großaufräumen wundervoll. Wie schön, wie kraftvoll, den Winter im wahrsten Sinne des Wortes „auszukehren“ und mit dem Frühling in das Neue zugehen. Den ganzen Zyklus neu zu beginnen: von der Saat über die Ernte bis zum Verabschieden dessen, was gewesen ist.

Trennen Sie sich von Altem – trennen Sie sich großzügig und mutig. Wie viel unserer Kraft ist gebunden, weil wir versuchen, Altes zu bewahren. Je älter wir werden desto größer ist der Ballast, den wir mitschleppen, gleichzeitig läßt unsere eigene Kraft nach und am Ende ist unser Leben einfach nur zugemüllt, weil wir Altes nicht loslassen. Das Gestern haben wir ja erlebt. Wir können es dankbar loslassen, wir müssen nichts bewahren, aufheben, uns beständig dran erinnern. Wir können Hier und Jetzt neugierig sein auf Neues. Wirklich Neues, weil das Alte sichtbar vergangen ist.

Nur Mut!